Freiburg - San Francisco mit 16,5 Knoten im Schnitt ...



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10.11. New Orleans/Louisiana

Während ich das schreibe ist in Koelle schon der 11.11. und sicher ein noch groesserer Ausnahmezustand als hier.Wie es aussieht ist morgen mein letzter Tag in den USA, Mittwochmorgen kommt Charlie von Ott (!!) Transportation, der eine Hafenlizenz hat, mich abholen und bringt mich bis zur Gangway. Das Schiff kommt Mittwochnacht im Dunkeln, was schade ist, weil ich gern gesehen hatte, wie der Riesenpott den Mississippi rauffaehrt.
Seit heute hab ich irgendwie auch das Gefuehl, dass ich mich gedanklich und im Herzen langsam von Amerika verabschiede, das geht ja auch nach fast 2 ereignisreichen Monaten nicht so rasch. Aber nun freue ich mich auf das langsame Zurückfahren und bin froh, nicht sofort wieder in den Alltag reingeschossen zu werden.
Bleiben meine vielen sehr unterschiedlichen Gedanken zu einem Eintauchen in ein Land, das ich unmöglich in einer Art Fazit beurteilen kann. Ich habe trotz vieler Vorurteile, das gebe ich gern zu, stets versucht, so offen wie irgend möglich an Land und Menschen ranzugehen und mich bemüht, keine voreiligen oder verallgemeinernden Schlüsse zu ziehen. Das ist mir sicher oft, aber nicht immer gelungen.
Mir hat es gut getan zu sehen zu merken, dass ich Kraft und Mut genug hatte, um die lange Reise so zu machen, da war ich mir eingangs nicht so ganz sicher. Es war ganz schoen anstrengend und mit extrem wenig Klamotten und hauptsächlich auf sich selbst zurückgeworfen mehr als ein Vierteljahr unterwegs zu sein beinhaltet auch schwierigere Phasen. Aber die vielen Erlebnisse und unvergesslichen Dinge, die ich auch zusammen mit B. erlebt habe, und die vielen tollen oder verrückten Menschen die ich getroffen habe werden mich sicher noch lange nachdenken lassen.
Ich habe das Land ganz sicher nicht lieben gelernt und moechte hier eigentlich auch nirgends leben, aber ich habe es fuer viele Dinge schaetzen gelernt, die ich vorher nicht auf dem Schirm hatte.
Wie wunderschön die USA sind, hat man hoffentlich durch das ein oder andere Bild sehen können.Wie unterschiedlich alles in diesem riesigen Land ist sicher auch.
Und das Thema Gegensätze ist sicher fuer mich das eindruecklichste Thema der ganzen Reise. Da ist nicht nur die von mir kaum fuer möglich gehaltene und im Alltag bestens sichtbare riesige Einkommensschere mit sehr vielen sehr reichen Leuten, die nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die politischen Geschicke der USA maßgeblich bestimmen. Die riesige Armee der Armen, Obdachlosen und irgendwie unter die Raeder gekommenen, die mir deutlich gezeigt hat, dass das Prinzip des American Dream nicht fuer alle Menschen funktionieren kann. Es gibt Starke und Schwache und letztendlich brauchen wir dann eben doch die Solidargemeinschaft, in der die Starken die Schwachen unterstützen und nicht bloß fordern, dass diese ihr Leben selbst in den Griff kriegen. Das kostet die Reichen Geld. Ja. Und vielleicht wird das auch den ein oder anderen Empfänger dazu verleiten, sich im "Wohlfahrtsstaat" einzurichten, wie mir hier immer wieder besorgt erklärt wurde, aber fuer mich ist das schlicht die einzige Möglichkeit, die Gesellschaft zusammenzuhalten. Das klappt hier nur mit unglaublicher Polizei- und Sicherheitsdienstpraesenz und Gated Communities gibt es hier auch jede Menge.
Andere Gegensätze: Wunderbare gewachsene und atmosphärische Wohnviertel in den Staedten, die sich wohltuend von den Weber-Fertighaus Siedlungen an deutschen Stadtraendern unterscheiden. Und in den Kleinstaedten von Kansas oder Nebraska dann so furchtbare Wohngegenden, dass man sich das deutsche Fertighaus nur wünschen würde.
Katastrophal schlimm gestyte, schlimm und stillos angezogene Leute, die dem Klischee 100% entsprechen, und dann vor allem in New York und San Francisco alles wunderbar schoen und bunt. Dort tolle Kultur in jeder Hinsicht, wir haben wunderbare Konzerte gesehen, auch was sonst kulturell und subkulturelle passiert ist extrem vorausdenkend und beeindruckend. Andererseits die Kultur fuer die Mehrheit: Shopping Malls, Musicals, Meerwasser Aquarien.
(Sehr wenige) dumpfbackige konservative und engstirnig Patrioten und ganz viele extrem offene Leute, die uns immer wieder angesprochen haben und mit uns ins Gespräch kommen wollten. Das habe ich vielleicht am meisten geschätzt. Dabei war oft so gar nicht die so oft geruegte Oberflaechlichkeit zu spueren, sondern ganz oft echtes Interesse.
Toll fand ich, dass viele Leute insofern offen waren, dass sie unterschiedliche Positionen vertraten, die fuer mich manchmal nicht zusammen gingen.
Gehasst habe ich sogar als autoaffiner Mensch diese totale Autofixiertheit die dazu führt, dass man außerhalb der großen Städte kaum was ohne Auto machen kann, noch nicht mal zu Fuß rumlaufen ist ueberall schoen. 300 Meter ins Restaurant faehrt man dann halt.
Faszinierend fand ich die unglaubliche Freundlichkeit, mit der man hier auf der Straße auch von Fremden gegrüßt wird da können wir uns ne Scheibe abschneiden. Genervt hat mich diese unglaublich uebertriebene falsche Freundlichkeit, die meist auf mehr Trinkgeld zielte. Muss auch nicht alles immer fantastic oder, heute gehoert, magical sein."You guys" und "Enjoy!" sind fuer mich die Unwoerter schlechthin geworden.
Der Service im Dienstleistungsgewerbe, und auch da können wir lernen, ist trotzdem 1a. Wenn ich an die schlecht gelaunten REWE Kassiererinnen in Freiburg denke so ist sowas hier völlig undenkbar.
Vermisst habe ich gemütlich in der Kneipe sitzen, quatschen und Fußball gucken. Schlimm fand ich die Sportbars hier, in denen auf 10 Fernsehern 10 verschiedene Spiele und Sportarten laufen, keiner guckt richtig hin, sondern lässt sich nur berieseln.
Naja, und die vielen Plastikbecher und -Teller gehörten halt auch im superoeko Lokal dazu.
All diese Gedanken und sicher noch so einige mehr nehme ich mit auf das Schiff und freue mich dann auch auf zu Hause, B., meine Freunde, die ich doch das ein oder anderere Mal ganz schoen vermisst habe und auch mein eigenes Bett.
Hier noch ein letztes schoenes Bild von heute von einem extrem schoenen und tollen Familienlokal mit Suedstaatenkueche, die nur mittags kochen, in Faubourg-Marigny, einem abgerockten aber total netten Viertel ganz in meiner Naehe. Der Wagen gehört dem 95jaehrigen supercoolen Opa und ist leider nicht zu verkaufen.



Ich meld mich wenn es klappt von den Bahamas. Ahoi!
11.11.14 02:17
 
Letzte Einträge: 17.10. Chicago, 18.10. Chicago, 12.11. New Orleans/Louisiana, 16.12. Freeport/Bahamas


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