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03.11. Savannah/Georgia

Nachtrag zu meinen gestrigen Gedanken, dieses Foto hab ich gestern auf dem Weg zur Greyhoundstation gemacht. Passt ja wunderbar:



Der Busbahnhof war wie so oft in der schlimmsten Gegend der Stadt versteckt, man darf sich da kein schickes Fernbusterminal vorstellen, sondern sowas:



Seit gestern also in Savannah. Ich hatte noch von New York aus hier ne billige Unterkunft gesucht, aber das ist schwer, weil die Stadt sehr schoen und beliebt ist. Gefunden habe ich ein ehemaliges Billighostel, das sich jetzt Pension nennt und wo ich telefonisch nach einem ziemlich wirren Gespräch dann glaubte, ein Zimmer reserviert zu haben. Spaet nachmittags kam ich, ganz froh, mal wieder ein Zimmer fuer mich allein zu haben, von einem freundlichen Taxifahrer gebracht an. Und dann ..

Das Leben des Brian.
Brian ist der Besitzer der "Pensione" und vielleicht etwas aelter als ich, schwer zu schätzen, denn er sieht etwas verwirrt und abgelebt aus. Das Haus ist eigentlich ein wunderschoenes altes Holzhaus, nur leider als einziges in der Straße ziemlich runtergekommen.
Brian begrüßt mich also freundlich und bittet mich in sein "Büro". Das ist ein vollkommen chaotischer Raum mit alten Drehstuehlen, Atlanten, Büchern ueber die alten Aegypter (Brians Steckenpferd) und einem uralten Computer. Brian entschuldigt sich fuer die Unordnung, er ist noch zu nichts gekommen. Die elektronischen Geräte sind sowieso nutzlos, weil entweder kaputt ( man muss bar bezahlen, bekommt auch keine Rechnung, sondern schreibt selber seinen Namen in ein Schulheft ...) oder nicht mehr in Gebrauch. Brian hat zwar einen Computer, man kann aber nicht emailen. Sondern nur einen kryptischen Stadtplan ausdrucken, was er jetzt auch sofort macht. Darauf zeichnet er alle möglichen wichtigen Dinge mit Kuli ein, zuerst den Friedhof ;-). Dann kommen die Infos zur Gegend: Draußen gibt es jede Menge Verrückte. Daher nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr in den Park. Und nicht mehr zum Supermarkt, da wird geschossen. Von da an kann ich Brian nicht mehr so gut folgen, denn er spricht nun Deutsch mit mir, was er sich auf einem Schuausflug nach Ostberlin in den 80ern selbst beigebracht hat. Ich verstehe kein Wort. So geht das dann eine Zeitlang. Als er wieder Englisch spricht verstehe ich, dass ich im Hinterhaus zu einem etwas höheren Preis wohnen werde, weil ich sonst zwischen 11 und 17 Uhr das Haupthaus nicht betreten darf, denn dann wird gereinigt. Wie bitte? So siehts hier nicht wirklich aus. Offensichtlich schmeisst er die Leute dann aber mal fuer 6 Stunden einfach raus.
OK, im Hinterhaus also 24 hour access, nehme ich.
Brian holt noch rasch ein paar Decken und Laken und dann gehts nach Nebenan. Auf dem Weg erklärt er mir die verschiedenfarbigen Schlüssel, die er nach Eselsbrücken markiert hat. Also blau fuer die Aussentuer, weil man da beim Rausgehen den blauen Himmel sieht, rot fuer die Zimmertür, wegen der roten Waende (sind gruen) und schwarz fuer die Veranda, weil man sich dort beim Rauchen eine Teerlunge holt. Alles klar?
Das Hinterhaus hat eine Raumtemperatur von deutlich hinter 10 Grad. Findet Brian nach der ganzen Sommerhitze gar nicht so schlecht. Ich schon. Er knipst also zwei Elektroheizungen an und bittet mich, diese auf keinen Fall zu verruecken oder zu verstellen, die seien genau fuer diese Raumposition gemacht worden ?????
Die Bude sieht aus wie seit 1970 nicht mehr betreten, die Matratze ist duenn und mit Plastik umwickelt, "aus hygienischen Gruenden", das Laken papierduenn, die Decke ein uraltes Frotteeding und im Bad ist es so kalt, dass ich da sofort wieder rausgehe. Brian freut sich, mir dieses "Premiumzimmer" anbieten zu können, denn außer mir ist in der ganzen Huette niemand da.
Hier hatte ich spaetestens gehen müssen. Hatte aber ja schon fuer eine Nacht bezahlt! Also durch.
Der kleine Heizluefter tut sein bestes, aber als ich vom Essen komme, ist es immer noch kalt.Ich ziehe mich warm an und leg mich unter die duenne Decke, lese (Wifi gibt es natürlich nicht) und versuche zu schlafen. Gegen 11 kommen dann Leute ins Haus. Glücklicherweise sind es nicht die Verrückten, die nach Brians Erfahrung hier ueberall rumlaufen, sondern offensichtlich wirklich Gäste, die in der Eisbude neben mir schlafen sollen. Das Bad zwischen unseren beiden Zimmern muss ich mir also jetzt teilen, und da kommt Brians selbst erfundene Schliesstechnik zum Einsatz: Ist man selber aufm Klo, hakt man die nicht richtig schliessende Tuer vom Bad zum Nebenzimmer mit einem Haken einfach zu. Ist zwar nicht so richtig privat dann mehr im Premium Zimmer, weil man jeden Mucks vom Klo laut hoert, aber so what.
Ich hab scheiße geschlafen, war kalt und durch die duenne Matratze mit Brett (!) drunter ziemlich steifgelegen. Im Zimmer war es deswegen die ganze Nacht hell, weil vor dem Fenster eine Straßenlaterne steht. Die "Verdunkelung" spottet ihrem Namen.
Entscheidung also heute morgen: Abflug. Als ich Brian die Schlüssel zurueckbrachte war dieser nicht sonderlich ueberrascht und meinte freundlich :" You've had enough, right?'" Schoen, dass ich nix erklären musste.
Seit eben in einem schicken und doppelt so teuren B&B, muss jetzt sein!
3.11.14 16:47
 
Letzte Einträge: 17.10. Chicago, 18.10. Chicago, 12.11. New Orleans/Louisiana, 16.12. Freeport/Bahamas


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